Worauf legen deutsche Unternehmen Wert?

Um herauszufinden, was den deutschen Unternehmen wichtig ist, damit sie einen Standort in Uschgorod eröffnen, wurde innerhalb dieses Projektes eine Befragung einiger Unternehmen durchgeführt. Die Befragung wurde auf eine Standorteröffnung in der Ukraine allgemein bezogen und nicht speziell auf Uschgorod. Die Ergebnisse stellen wir unten kurz da.

Inhalte des Fragebogens:

  1. Welche Vorabinformationen über einen Standort im Ausland sind für Ihre Firma wichtig, um über die Standortwahl entscheiden zu können?

  2. Haben Sie Geschäftsstandorte in Osteuropa? Wenn ja, wo liegen diese und was waren die Hauptgründe für die Wahl dieses Standorts? 

  3. Sofern Ihre Firma noch keine Niederlassung in der Ukraine führt, woran liegt das?

  4. Sofern Sie bereits einen Firmensitz in der Ukraine haben: Wie unterscheiden sich Ihrer Einschätzung nach die Qualifikationen von Ukrainischen Mitarbeitern im Vergleich zu Mitarbeitern in anderen Ländern?

  5. Welche Vorkehrungen müsste die Ukraine treffen, um sich als potentiellen Standort interessanter zu machen?

Antwortergebnisse der Befragung

EnergieversorgungMobilfunktbrancheAutomobilbrancheReifen- & Felgenanbieter
Allgemeine Kriterien Politische Stabilität
Kultur
Hürden durch die Sprache überwinden
Regelkonformität und „ease of doing business“
Attraktivität und Verlässlichkeit der nationalen Regulierung um Bereich der Energieversorgung
Geschäftsstandorte in Osteuropa Tschechien, Polen
Attraktive Geschäftsmöglichkeiten und politische Stabilität
Gründe gegen eine Niederlassung Momentan keine Niederlassung wegen mangelnder politischer Stabilität
Bewertung der Mitarbeiter in der Ukraine Keine
Anreize Politische Stabilität
Attraktive Regulierungen für ausländische Investoren
Korruptionsbekämpfung verstärken
 
Allgemeine Kriterien Stabilität der Politik
Wirtschaftlich vorteilhafte Situation im Bezug auf Exporte, Importe etc.
Investition: Forschung und Entwicklung
Geschäftsstandorte in Osteuropa Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Georgien, Ungarn, Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ukraine
Gründe lokale Gesellschaft Vorort unter den Kriterien des ersten Punktes
Die Ukraine wird auch in der gerade kritischen Situation nicht verlassen
Standort- und Personalverlagerung aus dem Raum Donetsk nach Kiew und Lemburg
Gründe gegen eine Niederlassung Keine
Mitarbeiter in der Ukraine verglichen mit deutschen Mitarbeitern Keine Differenzen
Anreize Politische Stabilität nimmt zu
Korruptionsfreie Verwaltung wie auch Rechtssicherheit (im Steuerbereich)
Investitionstätigkeit: Privatinvestoren besonders in den Branchen Agrar/Lebensmittel, Maschinen, Energie, Chemie
Infrastrukturelle Maßnahmen, gestützt durch Förderungen und IFI-Finanzierungen in den Netzwerken: Energie, Verkehr, Umwelt
Allgemeine Kriterien Wirtschaftlich relevante Kenngrößen (Makrodaten der Banken über BIP etc.)
Stabile Währung
Essenzielle Branchen und deren Zukunft
Rohstoffpreise z. B. Öl
Vorhandene Automobilbranche
Tarifäre und nicht tarifäre Handelsabkommen, Handelsbarrieren
Neuwagenverkauf (Quote)
Führende Automobilanbieter
Kosten für den Autoverkauf inklusive Kosten der Endverbraucher (Steuern)
Geschäftsstandorte in Osteuropa Polen, Tschechien, Ukraine etc.
Vor politischen Problemen und Krisen:
Fortschrittliches Land
Größere Bevölkerungszahl
Politik ist offen für Automobilbranche
Umfangreicher Absatzmarkt für Autos (Neuwagen)
Kaufkraft steigt
Importland für Autos
Passende Rahmenbedingungen
Gründe gegen eine Niederlassung Gründe aus aktueller Sicht:
Situation des Landes im Blick behalten – nicht als möglichen Standort ausschließen
Autobranche ist eingebrochen
Probleme einer Investition in die Ukraine
Politisch instabile Situation
Mitarbeiter in der Ukraine verglichen mit deutschen Mitarbeitern Hoch engagierte Mitarbeiter, stark motiviert um Karriere zu machen und international zu agieren
Problematik: Menschen mit Potenzial wollen weg (spricht nicht für die Attraktivität des Landes), wodurch Mitarbeiterengpass entsteht
Bildungssystem ausbaufähig, da in Westeuropa ein höherer Standard herrscht
Duale Ausbildung nicht vorhanden
Mitarbeiter müssen selbst durch den Betrieb ausgebildet werden, das ist teuer und aufwendig. Es könnten viele Stellen vergeben werden, wenn eine Duale Ausbildung vorhanden wäre. Das heißt, gäbe es in der Ukraine ein duales Bildungssystem, das Ausbildung und Schule miteinander vereint, würde der Anreiz für deutsche Firmen steigen.
Gute Universitäten, IT-Sektor hervorragend
Voraussetzungen Politische und wirtschaftliche Lage verbessern
Staatliche Institutionen, wie auch die Rechtssicherheit fördern
Bildungssystem steigern
Allgemeine Kriterien Marktpotenzial seitens des Vertriebs, bestehende Kontakte zu Kunden
Investition nur bei: Vorhandenen guten Geschäftskontakten, welche somit sichere Absatzkanäle darstellen
Geschäftsstandorte in Osteuropa Polen: Nachbarland, wichtiges Transitland für LKW
Gründe gegen eine Niederlassung Kein relevanter Markt für Reifenbedarf, da die Kaufkraft zu gering ist und somit ein niedriges Preisniveau herrscht
Mitarbeiter in der Ukraine verglichen mit deutschen Mitarbeitern Keine
Voraussetzung Keine (Ist kein Nachbarland von Deutschland, zu weit weg)